Grundlagen Mischpult

Mischpult Grundlagen, Autor: DJ7RI, Jürgen

Du möchtest dir ein Mischpult kaufen, wirst aber von der Vielzahl der Bedienungselemente verunsichert oder hast bereits das Pult vor dir stehen und die Bedienungsanleitung stellt dir zwar die Möglichkeiten mit vielen neuen Fachausdrücken vor, nicht aber die Erklärungen, die du für dein Projekt benötigst? Die Lücke soll hier geschlossen werden.

Aufgabe eines Audio-Mischpult

Grundsätzliche Aufgabe ist zwei oder mehrere Tonquellen verlustfrei und ohne gegenseitige Beeinflussung zusammen auf einen (Main) Ausgang zu legen. Alle folgenden Erklärungen können nur beispielhaft sein.

Um möglichst viele Kundenwünsche zu befriedigen halten die Hersteller von Mischpulten gleich mit erweiterten Funktionen, Ein- und Ausgängen sowie Bedienungselementen vor. Damit der Kunde aber nicht zu viele Dinge kaufen muss, die er nicht benötigt, werden Pulte für unterschiedliche Anwendungen gebaut, z.B. Pulte mit einer unterschiedlichen Anzahl von Eingängen.

Ein Kleinmischpult in der Kellerbar oder zum Nachvertonen eines Videos benötigt vielleicht 3 Eingänge, das Mischpult für Aufnahmestudios eher mehr als 20 Eingänge für viele Mikrofone, und elektronische Musikinstrumente. Ein Mischpult für kleine Web Radios kommt dagegen auch mit wenigen aber speziellen Eingängen aus. Der DJ wird ein Pult mit Talk-Over bevorzugen.

Übliche Tonquellen sind Mikrofone und Geräte, die mit einem deutlich höherem Ausgangspegel kommen, dem sogenannten LINE-Pegel. Der Consumer-Pegel z.B. für CD-Player liegt bei -10dBV oder 0,316 Volt. Im professionellen Bereich für Mischpulte etc. haben wir es mit +4dBV oder 1,23 Volt zu tun. Die Ausgangsspannungen eines Mikrofons liegen eher im Milli-Volt-Bereich.

Auf diese Quellen muss das Mischpult eingerichtet sein und daher findet sich bei guten Pulten ganz oben in einem Kanal-Zug der GAIN Regler zur Anpassung. Eine kleine grüne Signal-LED-Leuchte zeigt an, ob der Regler richtig eingestellt wurde, eine rote Signal-LED zeigt an, dass der Eingang mit einem zu hohen Pegel übersteuert wird. Gibt es keine dieser Anzeigehilfen, dann kann die Voreinstellung über die meist vorhandene Doppel-LED Reihe der Summenanzeige vorgenommen werden. Dazu werden die Lautstärkeregler des Kanals wie auch der Summen oder Main MIX auf Standard-Lautstärke 0 gestellt. Anschließend wird nun der Gain-Regler auf eine Aussteuerung gestellt, bei der die LED Reihe in Spitzenwerten gerade noch den gelben Wert bzw. 0 erreicht oder leicht überschreitet. Zur Kontrolle sollte man sich die Qualität noch einmal mit dem Kopfhörer anhören.

Zur Aussage Qualität gibt es noch das Technische Datenblatt zum Gerät. Es macht z.B. Angaben zum Störabstand, Empfindlichkeit der Eingänge, Verzerrungen und Übersprechdämpfung z.B. auch zwischen linkem und rechten Kanal. Je mehr Kanäle gefordert werden, um so höher ist die Anforderung an jeden Kanal-Zug möglichst geringes Rauschen und Brummen zu erzeugen. Das nimmt Einfluss auf den Preis.

Qualität sollten auch die Steckverbindungen haben. Für das Mikrofon mit relativ kleinen Spannungen im Milli-Volt-Bereich eignen sich sehr gut die 3 poligen XLR Steckverbinder, für die deutlich höhere Spannung einer LINE Quelle tut es auch der 6,3 mm Klinkenstecker. Der Klinkenstecker ist mehr für häufiges Ein- und Ausstecken gedacht. Dabei reinigt sich der Stecker. Verbleibt der Klinkenstecker immer in der Buchse, sollte er in Abständen wiederholt gesteckt werden weil es durch Übergangswiderstände, durch Oxydation oder andere Verschmutzung bei kleinen Bewegungen des Kabels zu krachenden Störgeräuschen kommt. Empfehlenswert sind vergoldete Steckverbindungen guter Qualität. Wer hier spart, wird damit nicht glücklich werden.

Für eine feste Montage sind Mischpulte mit Kabelverbindungen an der Rückseite besser. Nach oben herausragende Kabel sehen nicht nur unschön aus, sondern es kann zu Beschädigungen durch abgeknickte Kabel kommen. Wird das Mischpult dagegen häufig neu verkabelt ist es günstiger sie oben einzustecken weil man besser herankommt und auch die Beschriftung leichter erkennbar ist.

Erfahrungen mit unterschiedlichsten Tonquellen haben dazu geführt, dass ein Equalizer bzw. Klangregler zum guten Ton eines Mischpults gehören sollten. Die damit ermöglichte Anhebung oder Absenkung der tiefen, mittleren und hohen Töne ist meist ausreichend. High, Mid, Low sind die Standardbezeichnungen für 3 Steller der "Klangblende"

Im Signalweg eines Kanals können sich als besondere Option noch Signalabzweigungen befinden, die geschaltet oder/und im Pegel beeinflusst werden können. Die z.B. mit AUX bezeichneten Wege werden i.d.R. auf einem "Bus" zusammengelegt und zu einer Ausgangsbuchse AUX Send geführt.

Zwei Versionen sind oft Standard.

  1. Es wird vor dem Lautstärkeregler (Fader) abgegriffen (PRE) Hier gibt es auch meist einen Schalter für das Vor-Hören (PRE) mit dem Kopfhörer, dass auch dann funktioniert wenn der Lautstärkeregler noch auf Null liegt.

  2. Der Abgriff liegt hinter dem Lautstärkeregler (Fader) Wichtig, wenn der Anteil eines Spezialeffekts (Hall) immer passend zur eingestellten Quelle bleiben soll.

Ein Fader ist ein Schieberegler bzw. Steller. Der mechanische Aufbau als sogenannter Flachbahnregler lässt auch aus einiger Entfernung erkennen wie weit der Regler aufgezogen ist. Je länger der Schiebeweg um so feinfühliger lässt sich die Lautstärke einzustellen.

Beispielhafte, tabellarische Aufstellung der Mischpult-Bereiche

  1. Eingangsbereich Kanalbereich bzw. Sektion

a) Anpassung an den Quellenpegel mit Steller, Mike-Line Umschaltung und/oder Einstellung,

b) Option auf Umschaltung auf Phono-Anwendung. (Plattenspieler)

c) Low Cut zur Absenkung des Pegels sehr tiefer Töne bzw. Frequenzen (< 75 Hz)

d) Anzeigen dazu: Signal LED für ausreichenden Pegel, Clip LED zur Warnung vor zu hohem Pegel.

  1. Spezialeffekte wie Kompressor, interessant für Mikrofon.

  2. Equalizer, Klangbearbeitung mit meist 3 Stellern bzw. Regler (Drehpotentiometer)

  3. AUX, FX, Auskopplung vor und hinter dem Lautstärkedreher oder Fader. z.B. für PFL Pre-Fade-Listen, vor dem Fader hören oder einfach Vor-Hören, Effekt-Wege für z.B. Hall und mehr.

  4. PAN Mikrofon-Zuweisung im Stereopanorama, z.B. links, Mitte, rechts

  5. Fader, Flachbahnregler zur separaten Einstellung der Lautstärke für den Kanal. Optionen können sein: Kanal MUTE, Solo Anzeigen: Mute LED und Clip LED

siehe auch www.musikmachen.de

  1. Weitere Bereiche eines Mischpultes:

a) Summenregler für Main-Ausgang

b) Summenregler für AUX Quellen

c) Regler für Returns, d.h. Pegelanpassung interner oder externer Effektgeräte

d) Schalter für Effektwege

e) Kopfhörersektion mit Wahlschaltern und Lautstärkedreher.

f) Effektgerät, im Mischpult integriert

g) Steckfeld für Eingänge und Ausgänge

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