Telefon Überleitgerät Selbstbau

Technisches Manual zum Telefon-Interface, Überleitgerät (Vers. 4) Entwicklung als Option zu dem beschriebenen Projekt I-net Radiostudio von J.Schaefer, DJ7RI, Juli/August 2012

Einleitung Zwei Ergebnisse des relativ simplen Telefon-Überleitgerätes zur Verwendung an meinem Radiostudio habe ich bis zum 19. Juli 2012 erarbeitet.

Es funktioniert nur an einem analogen Standard Telefon, Es gibt für eine einfache Lösung ein Problem, dass im System der Telefontechnik für ein analoges Telefon liegt

Erklärung: Eine Telefonverbindung kommt über eine 2-Draht Leitung zustande. Mit diesem Anschluss werden gleichzeitig zwei Audiosignale in zwei Richtungen übertragen Man nennt es Gegensprechen oder auch Duplexbetrieb, weil sofort ohne Umschaltung in beiden Richtungen gesprochen und gehört werden kann. Das vom Mikrofon der Telefonstelle A erzeugte Audiosignal wird zum Hörer des Telefon B geschickt. Das Mikrofon des Telefonapparates B schickt auf der gleichen Leitung eine Antwort zurück zum Hörer des Telefons A.

Das eigene Mikrofon wäre in gleicher Lautstärke auf dem eigenen Hörer zu hören, wenn nicht ein spezieller Übertrager die Mitkopplung mindern würde. (Gabelschaltung oder Telefon-Hybrid) Der Wert der Dämpfung zwischen eigenem Mikrofon zum Hörer ist zudem von Telefon zu Telefon nicht gleich hoch. Der Telefonteilnehmer hat sich daran gewöhnt sich im Telefonhörer mitzuhören und für eine Kontrolle ist diese Eigenschaft sogar ganz praktisch. Lediglich die mögliche Rückkopplung wird verträglich gut unterdrückt.

Für mein einfaches Telefonüberleitgerät ist das Mithören jedoch höchst störend. Werden die Audiopegel für mein Interface auf gute Lautstärken eingestellt, wird das gesendete Audiosignal in den Telefonapparat auch mit relativ hohem Pegel vom Telefonhörerausgang zum Telefoneingang (CH7) des Mischpultes geschickt. Diese zurück gekoppelten Audioanteile überlagern sich am Summenausgang (z.B. Main) zu dem Original und verringern die Qualität durch Lautstärkeschwankungen und Änderungen im Klang. Ab einem bestimmten Wert setzt der bekannte Pfeifton einer Rückkopplung ein. Da sich diese Eigenschaft vom nicht ausreichenden Dämpfungsverhalten des verwendeten Telefon abhängt, musste ich auf die Duplex-Funktion verzichten.

n-1 Wenn das Mischpult ein n-1 Routing z.B. über eine für jeden Kanal schaltbaren oder regelbaren AUX Ausgang verfügt, kann man der Rückkopplung entgehen. Für diesen Fall Schickt man ein Summensignal aller Kanäle zum Mikrofonanschluß des Telefonhybrid. Ausgenommen wird der Telefonkanal. So kann der Telefonteilnehmer die laufende Sendung in seinem Telefonhörer verfolgen und auch den Moderator hören. Diese Beschreibung verdeutlicht nur die Audiowege. Die realisierte Schaltung enthält Komponenten zur Anpassung der erwähnten Schnittstellen.

Video zur Beschreibung

Mein Telefon-Interface (Überleitgerät) kommt ohne das oben beschriebene n-1 aus und hat folgende Eigenschaften:

1) kein Umbau am Telefongerät. Hörer- und Line-Verbindungen werden gesteckt.

2) Anrufsignalisierung als Lichtsignal(für User der ON AIR Ampel auf Wunsch optimiert)

Dazu werden aus dem Klingelsignal für ca. 5 Sek. jede Sekunde Pulse generiert, die das gelbe Aufmerksamkeitslicht der ON AIR Signalampel ansprechen lässt.

3) Automatische Überleitung des Teilnehmers zum Studiopult, wenn der Tel.- Fader gezogen wird.

4) Wechselweise zum Telefonpartner über Studio-Mike sprechen oder hören über den am Pult angeschlossenen Monitor Kopfhörer.

5) Einfache Steuerung bei der Verwendung der von mir eingesetzten ON AIR Signalleuchte und Mike-Mute-Interface.

6) Kein N-1 Ausgang am Audiomischpult notwendig. Anschluss erfolgt z.B. an einem Summenausgang wie Main, "Sound to Light" oder Hörerausgang mit ext. Hörerverteiler.

7) Einfache Schaltung und perfekte Pegel einstellbar bei unbeeinflusster Telefonqualität.

8) Der Telefonteilnehmer kann die Sendung mithören, auch den Talkover-Effekt

Seite 1 von 10 Telefon-Interface DJ7RI geändert 16.12.12 (Das wäre bei der Verwendung des PFL Pfades am DX2000USB als Sub-Bus für einen N-1 Ausgang nicht möglich).

9) Kein Gegensprechen des Telefonteilnehmers möglich. Gegensprechen des Radiomoderators jedoch möglich.

10) Soll das laufende Programm an den Telefonteilnehmer zugespielt werden, muss der Moderator seine Mikrofon-Sprechtaste drücken oder es mit dem zusätzlichen S1 Schalter/Taster "Studio auf Telefon" ermöglichen. Für diese Zeit kann sich der Telefonteilnehmer nicht hinein melden.

11) Es ist ein, wenn auch sehr schwaches Geräusch beim Umschalten hörbar.

12) Zur Vermeidung von Brummschleifen und Anschluss an das Telefon werden Telefon-Übertrager eingesetzt. Sie sind empfindlich gegen magnetische Felder, besonders die aus anderen Transformatoren und Netzgeräten stammen. Das Telefoninterface darf sich für eine störungsfreie Überleitung nicht in solchen Störfeldern befinden.

Warum kann man auf das beidseitige Gegensprechen beim Überleiten verzichten? Im Gegensatz zu einem normalen Telefongespräch ist das Gegensprechen des Teilnehmers in eine Ansage des Moderators bei einer Radiosendung nicht unbedingt erwünscht. Der Radiomoderator sollte jedoch seinen Telefonteilnehmer unterbrechen können. Diese Bedingung erfüllt das Überleitgerät.

Bitte beachten, dass die komfortable Überleitung nur zusammen mit der On AIR Signalleuchte und dem Mike-Mute-Interface von DJ7RI funktioniert.

  • Gebraucht wird der Fader Start-Schalter CH7 und die Signalisierung des Mic-Mute- Tasters, also quasi "Grünlicht" und "Rotlicht" für die Schaltvorgänge.

  • Für die Erkennung der Anrufsignalisierung wird die ON AIR Signalleuchte benötigt.

  • Das Telefon-Interface mit eigener Erweiterung und Lichtanzeige ist jedoch denkbar.

Beispiel für die Überleitung eines Telefongespräches

Der Anrufer wird mit dem Telefonhörer angenommen. Man bittet ihn in der Leitung zu bleiben und auf die Aufforderung zum Sprechen zu warten. Damit das Telefongespräch auf den "Sender" gehen kann, wird in unserem Fall der entsprechende Fader, also CH7 des DX2000USB Pult aufgezogen. Der Fader-Startschalter (CH7) führt automatisch am Telefon-Interface das Aufschalten auf das Mischpult durch.

Der Radio-Moderator wird nun seine Mikrofonsprechtaste des Mike-Mute-Interface drücken, um die Diskussion zu beginnen. Drückt er die "Sprechtaste" des Mike-Mute-Interface geht sein Mikrofon auf Sendung und durch eine parallel geschaltete Signalleitung wird das Mikrofon des Telefonteilnehmer vom CH7 getrennt. Der Hörer des Teilnehmers wird mit z.B. dem Main-Ausgang oder Hörerausgang des Mixers verbunden. Auf diese Weise kommt es zu keiner Rückkopplung. Der "ON AIR Schalter" des Telefon Interface kann dauerhaft die laufende Sendung zum Telefonteilnehmer durchschalten. Der Teilnehmer kann in dieser Zeit nicht Gegensprechen.

Nach der Ansage des Radio-Moderators lässt dieser seine Sprechtaste los und sperrt damit sein Mikrofon. Gleichzeitig gibt er damit den Sprechweg des Telefonteilnehmers zum CH7 des DX2000USB frei. Will der Moderator den Teilnehmer unterbrechen, drückt er einfach seine Sprechtaste. Ist das Telefongespräch zu Ende wird der Fader CH7 in die 0-Position gebracht. Das Telefon-Interface schaltet durch den Fader-Start Schalter wieder zurück in den normalen Telefonbetrieb.

**Info **zum pdf-file Seite 2 von 10 Telefon-Interface DJ7RI wurde geändert 16.12.12

Der Aufbau des Telefon Interface (Maße ohne Kabelstecker incl. Schalthebel an der Frontseite: ca. 145x65x50mm) Frontseite An der Front befindet sich die Western Anschlussbuchse für den Telefonhörer, 2 LED Anzeigen für 12V Betriebsspannung (grün), das Aufmerksamkeitslicht bei der Überleitung auf das Mischpult (blinkt hell gelb)

Rückseite An der Rückseite befinden sich die Anschlussbuchsen für Telefon-Line und Telefon zum möglichen Durchschleifen, 1 Buchse für den Anschluss des Telefonhörer, eine 9-pol SUBD Buchse für die nötigen Steuersignale (Rotlicht, Grünlicht, 12V DC) und das Audiosignal von der Mischpultsumme (Kopfhörerausgang, Sound to Air o.ä.), sowie eine Chinch-Buchse für das Telefon-Hörersignal zum CH7 Mischpult Eingang.

Die Baugruppen im Gerät 1) Anschaltung an das Telefonnetz, mit einer Test LED und Jumpern für die gewünschte Polung. Nach dem Anschluss ans Telefonnetz werden die Auswahljumper ohne/mit Option zusätzlich eingefügter Klingelsignale abgezogen und der Jumper Test für die LED gesetzt. Die ersten Jumper "ab" und "cd" werden so gesetzt, dass die LED leuchtet. Nun zieht man den Jumper der LED ab und steckt diesen zur Aufbewahrung auf einen Kontakt. Je nach eingebauter Option Signalisierung wird nun der Jumper die Kontakte für den Weg "f" oder "g" gesteckt. Den Weg "f" nur brücken wenn die Baugruppen mit 555 nicht bestückt sind.

2) Auswahl der Anrufsignalisierung. Optional ist die Auswerteschaltung mit D2/3, Zeit-Puls mit Sekundenpuls und Oszillator mit den IC 555 für die Auffüllung von zusätzlichen "Klingel"-Signalen und die Ansteuerung der Auswerteschaltung in der ON AIR Signalampel durch den Oszillator ohne Änderungen an der Ampel Auswerteschaltung. Der optionale Aufwand soll extra Signale in die relativ langen Pausen der standardmäßigen "Klingelsignale" einfügen. Wer darauf verzichten will, bestückt nicht die Baugruppen mit den IC 555 und legt eine Verbindung von der Steckbrücke f zum Pin Bu1 der 20-pol. Buchsen-Leiste. R17 nicht bestücken.

3) Umschalter von Telefonbetrieb auf Radiobetrieb Die Steuerung findet bei mir über den Fader-Startschalter des Kanal 7 (CH7) statt, der das Grünlicht der ON AIR Signalampel einschaltet. Auf den Eingang des Kanal 7 wird auch das Audiosignal vom Telefon Hörer gegeben.

4) Umschalter für Radiobetrieb: Sprechen/Hören Die Funktion über die Fernbedienung der Mike-Mute-Schaltung und das damit verknüpfte Rotlicht wird für die Umschaltung benutzt. Die Sprechtaster für beide Mikrofonkanäle CH1 und CH2 schalten das Rotlicht der ON AIR Signalampel ein. Damit ergibt sich ein ideales Steuersignal zur Umschaltung Sprechen/Hören auf das Telefon.

5) Ohne das Studiomikrofon zu aktivieren ist die Umschaltung von Hören/Sprechen am Telefon Interface auch über den Schalter S1 "Studio auf Telefon" möglich.

Hinweis: Die Telefon Anschlusskabel sind möglichst kurz zu halten und sollten nicht parallel zu Netzleitungen liegen, damit wenig Störungen durch Brummen oder andere Geräusche auftreten. Die Verwendung eines Kopfhörerverstärkers/Verteiler eignet sich gut für den Anschluss und optimal einzustellende Pegel.

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